Sport General
  • Nach Horrorsturz: Team suspendiert Rad-Rambo
    Saturday, 8. August 2020 12:55 o'clock

    Die Fahrervereinigung CPA hat den Radsport-Weltverband UCI aufgefordert, die für den folgenschweren Unfall bei der Zieleinfahrt der Polen-Rundfahrt Verantwortlichen "ausfindig zu machen und strafrechtlich zu verfolgen".

    In dem Statement fordert die Vereinigung außerdem "schwere Strafen für diejenigen, die Unfälle verursachen".

    Fahrer fordern mehr Sicherheit

    "Wir können die Sicherheit der Athleten nicht mehr dem Glück anvertrauen oder hoffen, dass der Veranstalter richtig handelt", sagte CPA-Präsident Gianni Bugno: "Strenge Regeln und noch strengere Kontrollen sind notwendig." 

    Fehler zu machen sei "menschlich, aber manchmal kann es schwerwiegende Folgen haben. Die Fahrer müssen ausgebildet werden. Wir sind die ersten, die exemplarische Strafen für diejenigen fordern, die Fehler machen, aber wir erwarten dieselbe Professionalität von denen, die eine Veranstaltung organisieren."

    Team suspendiert Groenewegen

    Am Mittwoch war der Niederländer Fabio Jakobsen im Zielsprint der Polen-Rundfahrt bei über 80 km/h von seinem Landsmann Dylan Groenewegen in die Absperrung gedrängt worden und zu Fall gekommen und in die Barrieren gekracht. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und lag zwischenzeitlich im künstlichen Koma.

    "Als CPA fordern wir seit Jahren, dass die Barrieren überprüft werden und sicher sind. Wir haben das auch in der letzten Sitzung der UCI-Arbeitsgruppe für Technik und Reglement gefordert. Bisher sind unsere Appelle aber ungehört geblieben", sagte Bugno.

    Derweil zog das Team Jumbo-Visma Konsequenzen und suspendierte Übeltäter Groenewegen auf unbestimmte Zeit. Das gab Teamchef Richard Plugge bekannt. "Er hat die Regeln der sportlichen Fairness verletzt", sagte Plugge. Die Diszplinarkommission der UCI wird sich mit dem Fall beschäftigen. So lange wird Groenewegen us dem Verkehr gezogen.

  • Beckmann verasst Podium - Schumacher und Flörsch ohne Chance
    Saturday, 8. August 2020 12:38 o'clock

    Talent David Beckmann hat in der Formel 3 seinen nächsten Podestplatz verpasst. Der zuvor in drei Rennen zweimal siegreiche Trident-Pilot belegte am Samstag im Hauptrennen der fünften Saisonstation im britischen Silverstone den fünften Platz.

    Beckmanns Teamkollege Lirim Zendeli erreichte Rang zehn, damit startet der Bochumer aufgrund der Reverse-Grid-Regel am Sonntag (9.45 Uhr) von der Pole Position ins Sprintrennen.

    Flörsch und Schumacher weit zurück

    In der Gesamtwertung bleibt der 20-jährige Beckmann mit 74,5 Punkten starker Dritter. Der Sieg am Samstag ging an den US-Amerikaner Logan Sargeant (Prema), der mit 106 Punkten die Führung im Titelrennen von seinem australischen Teamkollegen Oscar Piastri (100) übernahm. 

    David Schumacher (Charouz), Sohn des früheren Formel-1-Fahrers Ralf Schumacher, belegte Rang 15. Sophia Flörsch (Campos) erreichte als 20. das Ziel. Die beiden Formel-3-Neulinge bleiben damit ohne Punkte in der Meisterschaft. Zendeli steht bei 27 Zählern und ist Elfter der Fahrerwertung.

  • Wann Gesa Krause und Co. um den DM-Titel kämpfen
    Saturday, 8. August 2020 12:20 o'clock

    +++ZEITPLAN: Alle Final-Wettkämpfe des heutigen Tages im Überblick +++

    11.00 Uhr: Hammerwurf (Männer)
    11.35 Uhr: Stabhochsprung ( Frauen)
    11.55 Uhr: Dreisprung (Männer)
    16.10 Uhr: Hochsprung (Frauen)
    16.30 Uhr: Speerwurf (Frauen)
    17.15 Uhr: 3000m Hindernis (Frauen)
    17.40 Uhr: 5000m (Männer)
    18.00 Uhr: Dreisprung (Frauen)
    18.30 Uhr: Diskuswurf (Männer)
    19.10 Uhr: 110m Hürden (Männer)
    19.25 Uhr: 100m Hürden (Frauen)
    19.40 Uhr: 100m (Männer)
    19.50 Uhr: 100m (Frauen)

    +++ Hammerwerfen: Schwandke verteidigt Titel +++

    Tristan Schwandke ist erneut deutescher Meister im Hammerwerfen. Mit einer Bestweite von 70,85 Metern setzt er sich vor Merlin Hummel (63,53) und Fabio Hessling (76,05) durch.

    +++ Hammer-Helden starten +++

    Endlich geht es wieder rund in der Leichtathletik. Gleich zum Auftakt suchen Deutschlands starke Männer im Hammerwurf ihren Meister.

    Um 17.15 Uhr will dann Titelverteidigerin Gesa Krause über 3000m Hindernis ihren sechsten Titel über diese Distanz feiern.

    Zum Abschluss des Tages stehen mit den 100m-Finals der Männer und Frauen (ab 19.40 Uhr) nochmal ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm

    +++ 477 Athleten, 34 Entscheidungen +++

    Bereits zum 120. Mal werden in 17 Disziplinen Deutschlands beste Athlethinnen und Athleten gesucht. Sollten die Titelkämpfe ursprünglich am 6. und 7. Juni stattfinden, musste die Veranstaltung wegen Corona auf den 8. und 9. August verschoben werden.

    An den zwei Tagen werden nun bei den Männern und Frauen 34 Entscheidungen in Braunschweig gefällt. Insgesamt nehmen 477 Athletinnen und Athleten aus allen Landesverbänden und Bundesländern an der Deutschen Meisterschaft teil. Damit ist die Teilnehmeranzahl nur geringfügig unter dem Niveau vor Corona.

    Auch aus sportlicher sicht sind die Teilnehmerfelder - trotz einiger Absagen - hochklassig besetzt. Spannung dürfte somit garantiert sein.

    Mit Gesa Krause ist auch gleich einer der größten Namen der deutschen Leichtathletik am Start. Um 17.15 Uhr kämpft sie über ihre Paradestrecke 3000m Hindernis um Gold.

  • Schon wieder der FC! Zwei neue Coronafälle in Köln
    Saturday, 8. August 2020 12:06 o'clock

    Beim Bundesligisten 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Dies teilte der Tabellen-14. der abgelaufenen Saison am Samstag bei Twitter mit. Nach SPORT1-Informationen handelt es sich um Salih Özcan (22) und Tim Lemperle (18).

    Die beiden Akteure hätten sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne begeben. Der FC trainierte am Samstag erstmals wieder auf dem Platz, am Mittwoch und Freitag waren Spieler und Mitarbeiterstab auf COVID-19 getestet worden.

    In der abgelaufenen Saison hatten sich die Kölner Profis Ismail Jakobs und Niklas Hauptmann (mittlerweile Holstein Kiel) mit dem Coronavirus infiziert.

  • Völler mit klarer Ansage im Havertz-Poker
    Saturday, 8. August 2020 11:55 o'clock

    Rudi Völler hat im Poker um Kai Havertz eine klare Ansage gemacht.

    Der Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen erteilte etwaigen Corona-Rabatt-Erwartungen des FC Chelsea eine klare Absage.

    "Wir wissen vom Interesse von ein paar Klubs, speziell Chelsea, aber für uns ist die Situation ganz einfach: er hat noch zwei Jahre Vertrag. Wenn ihn jemand will, dann nur nach unseren Bedingungen, ansonsten bleibt er noch ein Jahr und wir sind glücklich. Für einen Künstler wie ihn gibt es keinen Covid-Rabatt", sagte Völler der Gazzetta dello Sport.

    Nur zu gerne würde Chelsea mit Havertz seine Shopping-Tour um Timo Werner und Hakim Ziyech krönen, aber billig wird es nicht.

    Völler: Havertz ein Mix zwischen Ballack und Özil

    Völler betonte zudem, dass Havertz in der Europa League auf jeden Fall noch bis zum Ende für Bayer spielen wird: "Natürlich, vor allem will er das auch."

    Im gleichen Interview lobte Völler den Nationalspieler und verglich ihn mit ganz großen Namen. "Für mich ist er der beste meiner Zeit in Leverkusen. Wir hatten Emerson, Michael Ballack, Zé Roberto und Toni Kroos, aber er ist an der Spitze. Er ist ein Mix zwischen Ballack und Mesut Özil, aber er hat ihre besten Seiten", sagte Völler.

    Wenn Chelsea Havertz will, müssen sie also ganz tief in die Tasche greifen.

  • Würgen und Prügel - NFL-Team schmeißt Star raus
    Saturday, 8. August 2020 11:44 o'clock

    Nächster Tiefschlag für die Fans der ehemaligen Washington Redskins.

    Nach der finanziell motivierten Posse um die Namensänderung hat es nun die nächsten Negativschlagzeilen gegeben.

    Guice verhaftet und gefeuert

    Der hochtalentierte und verletzungsanfällige Running Back Derrius Guice wurde am Freitag wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt in Virginia verhaftet und zwei Stunden später vom Team entlassen.

    Es geht um drei Vorfälle zwischen dem 14. Februar und 17. April. Dabei werden dem 23-Jährigen Strangulation, und mehrfacher tätlicher Angriff sowie Körperverletzung vorgeworfen.

    "Wir haben am Nachmittag von den Anklagen gegen Derrius erfahren. Nach genauer Betrachtung der Vorwürfe haben wir uns dafür entschieden, ihn mit sofortiger Wirkung zu entlassen", hieß es in einem Statement des Teams.

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    Coach Rivera mit Null-Toleranz

    Der neue Head Coach Ron Rivera legt sehr viel Wert auf eine Veränderung der Wahrnehmung und der Kultur innerhalb des krisengeschüttelten Teams. Er setzt vor allem auf Charakterstärke und richtiges Verhalten.

    Auch deshalb war bereits Cornerback Quinton Dunbar nach Seattle getradet wurden, nachdem er einen neuen Vertrag gefordert hatte, kurz darauf wurde ihm die Beteiligung an einem bewaffneten Überfall in Florida vorgeworfen.

    Guice wäre 2020 einer der Hoffnungsträger Washingtons gewesen und hätte wohl einen Startplatz sicher gehabt, obwohl er aufgrund von Verletzungen in zwei Jahre nur fünf NFL-Spiele bestreiten konnte. Ihm droht auch eine Sperre durch die Liga. Bereits am College war er durch Undiszipliniertheiten aufgefallen und deshalb 2018 erst an der 59. Stelle im NFL-Draft ausgewählt worden.

  • Krösche: "Simeone ist nicht in Freudentränen ausgebrochen"
    Saturday, 8. August 2020 11:43 o'clock

    RB Leipzig fiebert dem Finalturnier der Champions League entgegen.

    Die Sachsen sind erstmals unter den besten Acht der Königsklasse und treffen dort am kommenden Donnerstag in Lissabon auf Atlético Madrid (Champions League: RB Leipzig - Atlético Madrid, Do., ab 21 Uhr im LIVETICKER) - ohne Timo Werner, der bereits zum FC Chelsea gewechselt ist.
    Im SPORT1-Interview spricht Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche über den Verlust, Ralf Rangnicks Ausstieg bei RB und Leipzigs große Ambitionen in Lissabon.

    SPORT1: Herr Krösche, wie wahrscheinlich ist es, dass sich RB Leipzig gegen Atlético Madrid durchsetzt?

    Markus Krösche: Durch dieses eine Spiel liegen die Chancen bei 50:50. Es kommt auf die Tagesform an. Klar, Atlético hat unheimlich viel Qualität und Erfahrung, vor allem in K.o.-Spielen. Aber wir haben einen Top-Trainer und eine junge, hungrige Mannschaft mit vielen guten Spielern, die zwar teilweise zum ersten Mal im Viertelfinale der Champions-League stehen, sich aber extrem darauf freuen und etwas Außergewöhnliches erreichen wollen. Noch mehr, als wir ohnehin schon erreicht haben.

    Krösche: "Keine Erfahrungswerte", ob Pause ein Nachteil ist

    SPORT1: Wie bereitet man sich in Corona-Zeiten auf den Gegner vor?

    Krösche: Eine Live-Besichtigung ist leider nicht möglich gewesen, aber wir haben natürlich Zugriff auf Videomaterial von Atlético. Die Gegneranalyse wird heutzutage ohnehin zu 80 Prozent per Videoanalyse gemacht. Von daher ist es kein großes Problem gewesen, sich auf Atlético Madrid vorzubereiten.

    SPORT1: Ist es von Nachteil, dass Atlético noch bis zum 19. Juli gespielt hat? 

    Krösche: Wir sind erstmal alle froh und glücklich, dass dieser Wettbewerb überhaupt weitergeführt wird. Sicherlich ist es unter Corona-Bedingungen eine außergewöhnliche Situation. Aber damit müssen alle Teilnehmer leben. Ob es jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, dass wir eine Pause hatten und andere im Rhythmus sind, ist wirklich schwer einzuschätzen. Dazu gibt es bislang einfach keine Erfahrungswerte.

    Diego Simeone "ist nicht in Freudentränen ausgebrochen"

    SPORT1: Sind Leipzig und Bergamo die Underdogs in Lissabon?

    Krösche: Natürlich gibt es größere Namen unter den verbleibenden Teams. Aber Bergamo und wir haben uns das Viertelfinale hart erarbeitet, und wir haben Tottenham geschlagen. Atlético wird nicht den Fehler machen, uns nicht ernst zu nehmen oder zu unterschätzen. Sie wissen genau, was wir können. Mein Bauchgefühl ist auch, dass Diego Simeone nicht in Freudentränen ausgebrochen ist, als er uns zugelost bekommen hat.

    SPORT1: Wie realistisch ist es, dass RB Leipzig 2020 die Champions-League gewinnt?

    Krösche: Jede Mannschaft hat dieses Jahr, auch durch den Wegfall von Hin- und Rückspiel, die Möglichkeit, den Titel zu holen. Auch wir.

    Krösche: Hwang nicht "der Werner-Ersatz"

    SPORT1: Auf den FC Bayern könnten Sie erst im Finale treffen.

    Krösche: Ich finde die Konstellation nicht schlecht. Und ich hätte sicher nichts dagegen...

    SPORT1: Wie sehr wird Timo Werner in Lissabon fehlen?

    Krösche: Wir haben mit Patrik Schick, Dani Olmo, Yussuf Poulsen, Christopher Nkunku und Marcel Sabitzer unheimlich viele Spieler dabei, die auch Tore schießen können. Timo war ein wichtiger Spieler für RB. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir auch ohne ihn ins Halbfinale einziehen können.

    SPORT1: Sie haben den 24-jährigen Hee-chan Hwang aus Salzburg verpflichtet. Ist er der Werner-Nachfolger?

    Krösche: Nein. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ist es unmöglich, Timo eins zu eins zu ersetzen. Er hatte speziell im letzten Jahr eine unfassbar gute Quote. Hwang ist ein anderer Spieler, bringt aber unheimlich viele Fähigkeiten mit, mit denen er uns helfen wird, unsere Ziele zu erreichen. Er hat eine hohe Geschwindigkeit. Er kennt unsere Spielphilosophie und ist ein sehr guter Vorbereiter. Man würde ihm aber nicht gerecht werden, wenn man sagt, dass er der Werner-Ersatz ist. Wir müssen seinen Verlust im Kollektiv auffangen. Wir haben hochtalentierte Spieler, die das können.

    Krösche: "Ich bin kein Fußball-Romantiker"

    SPORT1: Es war zu sehen, wie Timo Werner sein Training bei Chelsea aufgenommen hat. Tun Ihnen solche Bilder weh?

    Krösche: Ich bin kein Fußball-Romantiker. Timo hatte jetzt die Chance, zu Chelsea zu gehen und dafür hat er sich entschieden. Bei uns hatte er eine sehr erfolgreiche Zeit. Und dass er jetzt eine andere Herausforderung angenommen hat, ist völlig in Ordnung. So ist das Geschäft. Wir wünschen Timo alles Gute.

    SPORT1: Hegen Sie Groll, weil er in Lissabon nicht mehr für Leipzig spielen wird?

    Krösche: Er hat mit Chelsea in der kommenden Saison viel vor und kommt jetzt in ein neues Umfeld. Es ist ein neuer Klub und eine neue Kultur. Von daher gibt es keinen Groll.

    SPORT1: Hat er sich nochmal beim Team gemeldet?

    Krösche: Er ist mit vielen Spielern in Kontakt und hat eine sehr gute Verbindung zum Verein und seinen Mitarbeitern. Er wird uns im Viertelfinale sicher die Daumen drücken.

    Titel-Bonus? "Habe ich vergessen"

    SPORT1: Ist Julian Nagelsmann dieser Tage aufgeregter als sonst?

    Krösche: Nein, er ist ganz normal drauf und nicht anders als sonst. Julian freut sich wie jeder andere im Verein auf dieses Champions-League-Turnier. Es ist aber nicht ganz so einfach, die Trainings- und Belastungssteuerung nach dieser Pause zu gestalten.

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    SPORT1: Haben Sie wie Nagelsmann einen Titel-Bonus im Vertrag stehen?

    Krösche: Das habe ich vergessen. (lacht).

    SPORT1: Ihre erste Saison als Sportdirektor von RB Leipzig neigt sich dem Ende entgegen. Wie würden Sie es bisher zusammenfassen?

    Krösche: Es war ein sehr intensives Jahr, speziell durch Corona. Es war aber auch sehr erfolgreich. Wir sind in der Bundesliga Dritter geworden und stehen nun im Viertelfinale der Champions League. Es ist schon jetzt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Und es liegt an uns, unsere Geschichte in Lissabon weiterzuschreiben. Wir haben die historische Chance, mit zwei Spielen ins Finale einzuziehen.

    Rangnick "hat alles mit aufgebaut"

    SPORT1: Ralf Rangnick hat sich überraschend von seinen Ämtern getrennt. Welche Spuren hinterlässt er im RB-Kosmos?

    Krösche: Auch wenn er in der vergangenen Saison schon nicht mehr operativ bei RB Leipzig tätig war, hat er natürlich einen sehr großen Anteil daran, dass RB Leipzig in der Bundesliga und der Champions League spielt. Er hat das alles mit aufgebaut und die Spielidee implementiert. Sein Aus bei RB ist seine persönliche Entscheidung. Das akzeptieren wir.

    SPORT1: Wird er in das Fußballgeschäft zurückkehren?

    Krösche: Ich glaube schon. Ralf ist fußballbesessen. Er hat eine sehr hohe Expertise und war bei all seinen Stationen erfolgreich.

    Krösche: "Wir kämpfen um Schik"

    SPORT1: Nach dem Königsklassen-Turnier in Lissabon dürfte der Transfermarkt in Wallung kommen. Stimmt es, dass RB Leipzig nur 30 Millionen Euro für Transfers zur Verfügung stehen?

    Krösche: Zahlen werde ich nicht kommentieren, aber die Corona-Krise verlangt auch von uns Einschnitte. Wir hatten keine Zuschauer und werden auch bis Saisonende keine hundertprozentige Auslastung haben. Das sind Einnahmen, die uns fehlen. Wir wissen auch noch nicht, welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkung das Corona-Virus auf Themen wie das Sponsoring hat. Von daher müssen wir unser Budget anpassen und vorsichtig sein, damit wir als Verein nachhaltig gesund sind.

    SPORT1: Werden Sie Patrik Schick zur neuen Saison fest verpflichten? Die AS Rom soll bis zu 25 Millionen Euro für ihn fordern.

    Krösche: Wir wollen Patrik behalten und kämpfen schon lange um ihn, weil er unheimlich gut zu uns passt. Er hat sich zu uns bekannt und möchte bleiben. Jetzt versuchen wir, mit AS Rom eine Lösung zu finden.

    SPORT1: Dayot Upamecano hat trotz vieler Offerten bis 2023 verlängert.

    Krösche: Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns und es ist ein großartiges Zeichen von ihm, dass er sich ganz bewusst für uns entschieden hat. Er wurde von Top-Klubs aus Europa umworben. Er möchte seinen Weg aber mit uns weitergehen.

  • Corona nach Sauftour: Aberdeen-Spiel abgesagt
    Saturday, 8. August 2020 11:08 o'clock

    Die Schotten stehen weltweit im Ruf, dem Alkohol durchaus zugetan zu sein.

    Die Spieler des FC Aberdeen haben dieses Klischee bestätigt und damit in Coronazeiten für einen massiven Eklat gesorgt.

    Corona nach Sauftour - Aberdeen-Spiel verlegt

    In der vergangenen Woche startete die erste Liga Schottlands mit dem 1. Spieltag der neuen Saison, Aberdeen verlor gegen die Glasgow Rangers, danach gingen acht Spieler erst einmal auf eine Sauftour.

    Zwei Spieler wurden in der Folge allerdings positiv auf das Coronavirus getestet, die sechs beteiligten Teamkollegen mussten daraufhin in Quarantäne.

    Deshalb musste nun das Spiel gegen den FC St. Johnstone in Absprache mit dem schottischen Gesundheitsminister verlegt werden. Der Fall schlägt hohe Wellen.

    Schottische Regierungschefin schaltet sich ein

    Sogar Regierungschefin Nicola Sturgeon schaltete sich ein und verurteilte das Verhalten der Profis: "Ich bin ziemlich wütend über diese Situation, denn das hätte nicht passieren dürfen. Wir erwarten von Menschen im öffentlichen Leben ein sehr vorsichtiges Verhalten."

    Sie hätten gegen die eindeutigen Regeln verstoßen und würden damit die Rückkehr des Profifußballs gefährden.

    Nach einem Anstieg der Fälle in der vergangenen Woche gelten in Aberdeen seit Mittwoch wieder verschärfte Regeln. So sind Pubs wieder geschlossen.

    Der Verein hat eine vollständige Untersuchung angekündigt und behält sich Strafen gegen die nicht genannten Profis vor.

Soccer news
  • Schon wieder der FC! Zwei neue Coronafälle in Köln
    Saturday, 8. August 2020 12:06 o'clock

    Beim Bundesligisten 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Dies teilte der Tabellen-14. der abgelaufenen Saison am Samstag bei Twitter mit. Nach SPORT1-Informationen handelt es sich um Salih Özcan (22) und Tim Lemperle (18).

    Die beiden Akteure hätten sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne begeben. Der FC trainierte am Samstag erstmals wieder auf dem Platz, am Mittwoch und Freitag waren Spieler und Mitarbeiterstab auf COVID-19 getestet worden.

    In der abgelaufenen Saison hatten sich die Kölner Profis Ismail Jakobs und Niklas Hauptmann (mittlerweile Holstein Kiel) mit dem Coronavirus infiziert.

  • Krösche: "Simeone ist nicht in Freudentränen ausgebrochen"
    Saturday, 8. August 2020 11:43 o'clock

    RB Leipzig fiebert dem Finalturnier der Champions League entgegen.

    Die Sachsen sind erstmals unter den besten Acht der Königsklasse und treffen dort am kommenden Donnerstag in Lissabon auf Atlético Madrid (Champions League: RB Leipzig - Atlético Madrid, Do., ab 21 Uhr im LIVETICKER) - ohne Timo Werner, der bereits zum FC Chelsea gewechselt ist.
    Im SPORT1-Interview spricht Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche über den Verlust, Ralf Rangnicks Ausstieg bei RB und Leipzigs große Ambitionen in Lissabon.

    SPORT1: Herr Krösche, wie wahrscheinlich ist es, dass sich RB Leipzig gegen Atlético Madrid durchsetzt?

    Markus Krösche: Durch dieses eine Spiel liegen die Chancen bei 50:50. Es kommt auf die Tagesform an. Klar, Atlético hat unheimlich viel Qualität und Erfahrung, vor allem in K.o.-Spielen. Aber wir haben einen Top-Trainer und eine junge, hungrige Mannschaft mit vielen guten Spielern, die zwar teilweise zum ersten Mal im Viertelfinale der Champions-League stehen, sich aber extrem darauf freuen und etwas Außergewöhnliches erreichen wollen. Noch mehr, als wir ohnehin schon erreicht haben.

    Krösche: "Keine Erfahrungswerte", ob Pause ein Nachteil ist

    SPORT1: Wie bereitet man sich in Corona-Zeiten auf den Gegner vor?

    Krösche: Eine Live-Besichtigung ist leider nicht möglich gewesen, aber wir haben natürlich Zugriff auf Videomaterial von Atlético. Die Gegneranalyse wird heutzutage ohnehin zu 80 Prozent per Videoanalyse gemacht. Von daher ist es kein großes Problem gewesen, sich auf Atlético Madrid vorzubereiten.

    SPORT1: Ist es von Nachteil, dass Atlético noch bis zum 19. Juli gespielt hat? 

    Krösche: Wir sind erstmal alle froh und glücklich, dass dieser Wettbewerb überhaupt weitergeführt wird. Sicherlich ist es unter Corona-Bedingungen eine außergewöhnliche Situation. Aber damit müssen alle Teilnehmer leben. Ob es jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, dass wir eine Pause hatten und andere im Rhythmus sind, ist wirklich schwer einzuschätzen. Dazu gibt es bislang einfach keine Erfahrungswerte.

    Diego Simeone "ist nicht in Freudentränen ausgebrochen"

    SPORT1: Sind Leipzig und Bergamo die Underdogs in Lissabon?

    Krösche: Natürlich gibt es größere Namen unter den verbleibenden Teams. Aber Bergamo und wir haben uns das Viertelfinale hart erarbeitet, und wir haben Tottenham geschlagen. Atlético wird nicht den Fehler machen, uns nicht ernst zu nehmen oder zu unterschätzen. Sie wissen genau, was wir können. Mein Bauchgefühl ist auch, dass Diego Simeone nicht in Freudentränen ausgebrochen ist, als er uns zugelost bekommen hat.

    SPORT1: Wie realistisch ist es, dass RB Leipzig 2020 die Champions-League gewinnt?

    Krösche: Jede Mannschaft hat dieses Jahr, auch durch den Wegfall von Hin- und Rückspiel, die Möglichkeit, den Titel zu holen. Auch wir.

    Krösche: Hwang nicht "der Werner-Ersatz"

    SPORT1: Auf den FC Bayern könnten Sie erst im Finale treffen.

    Krösche: Ich finde die Konstellation nicht schlecht. Und ich hätte sicher nichts dagegen...

    SPORT1: Wie sehr wird Timo Werner in Lissabon fehlen?

    Krösche: Wir haben mit Patrik Schick, Dani Olmo, Yussuf Poulsen, Christopher Nkunku und Marcel Sabitzer unheimlich viele Spieler dabei, die auch Tore schießen können. Timo war ein wichtiger Spieler für RB. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir auch ohne ihn ins Halbfinale einziehen können.

    SPORT1: Sie haben den 24-jährigen Hee-chan Hwang aus Salzburg verpflichtet. Ist er der Werner-Nachfolger?

    Krösche: Nein. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ist es unmöglich, Timo eins zu eins zu ersetzen. Er hatte speziell im letzten Jahr eine unfassbar gute Quote. Hwang ist ein anderer Spieler, bringt aber unheimlich viele Fähigkeiten mit, mit denen er uns helfen wird, unsere Ziele zu erreichen. Er hat eine hohe Geschwindigkeit. Er kennt unsere Spielphilosophie und ist ein sehr guter Vorbereiter. Man würde ihm aber nicht gerecht werden, wenn man sagt, dass er der Werner-Ersatz ist. Wir müssen seinen Verlust im Kollektiv auffangen. Wir haben hochtalentierte Spieler, die das können.

    Krösche: "Ich bin kein Fußball-Romantiker"

    SPORT1: Es war zu sehen, wie Timo Werner sein Training bei Chelsea aufgenommen hat. Tun Ihnen solche Bilder weh?

    Krösche: Ich bin kein Fußball-Romantiker. Timo hatte jetzt die Chance, zu Chelsea zu gehen und dafür hat er sich entschieden. Bei uns hatte er eine sehr erfolgreiche Zeit. Und dass er jetzt eine andere Herausforderung angenommen hat, ist völlig in Ordnung. So ist das Geschäft. Wir wünschen Timo alles Gute.

    SPORT1: Hegen Sie Groll, weil er in Lissabon nicht mehr für Leipzig spielen wird?

    Krösche: Er hat mit Chelsea in der kommenden Saison viel vor und kommt jetzt in ein neues Umfeld. Es ist ein neuer Klub und eine neue Kultur. Von daher gibt es keinen Groll.

    SPORT1: Hat er sich nochmal beim Team gemeldet?

    Krösche: Er ist mit vielen Spielern in Kontakt und hat eine sehr gute Verbindung zum Verein und seinen Mitarbeitern. Er wird uns im Viertelfinale sicher die Daumen drücken.

    Titel-Bonus? "Habe ich vergessen"

    SPORT1: Ist Julian Nagelsmann dieser Tage aufgeregter als sonst?

    Krösche: Nein, er ist ganz normal drauf und nicht anders als sonst. Julian freut sich wie jeder andere im Verein auf dieses Champions-League-Turnier. Es ist aber nicht ganz so einfach, die Trainings- und Belastungssteuerung nach dieser Pause zu gestalten.

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    SPORT1: Haben Sie wie Nagelsmann einen Titel-Bonus im Vertrag stehen?

    Krösche: Das habe ich vergessen. (lacht).

    SPORT1: Ihre erste Saison als Sportdirektor von RB Leipzig neigt sich dem Ende entgegen. Wie würden Sie es bisher zusammenfassen?

    Krösche: Es war ein sehr intensives Jahr, speziell durch Corona. Es war aber auch sehr erfolgreich. Wir sind in der Bundesliga Dritter geworden und stehen nun im Viertelfinale der Champions League. Es ist schon jetzt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Und es liegt an uns, unsere Geschichte in Lissabon weiterzuschreiben. Wir haben die historische Chance, mit zwei Spielen ins Finale einzuziehen.

    Rangnick "hat alles mit aufgebaut"

    SPORT1: Ralf Rangnick hat sich überraschend von seinen Ämtern getrennt. Welche Spuren hinterlässt er im RB-Kosmos?

    Krösche: Auch wenn er in der vergangenen Saison schon nicht mehr operativ bei RB Leipzig tätig war, hat er natürlich einen sehr großen Anteil daran, dass RB Leipzig in der Bundesliga und der Champions League spielt. Er hat das alles mit aufgebaut und die Spielidee implementiert. Sein Aus bei RB ist seine persönliche Entscheidung. Das akzeptieren wir.

    SPORT1: Wird er in das Fußballgeschäft zurückkehren?

    Krösche: Ich glaube schon. Ralf ist fußballbesessen. Er hat eine sehr hohe Expertise und war bei all seinen Stationen erfolgreich.

    Krösche: "Wir kämpfen um Schik"

    SPORT1: Nach dem Königsklassen-Turnier in Lissabon dürfte der Transfermarkt in Wallung kommen. Stimmt es, dass RB Leipzig nur 30 Millionen Euro für Transfers zur Verfügung stehen?

    Krösche: Zahlen werde ich nicht kommentieren, aber die Corona-Krise verlangt auch von uns Einschnitte. Wir hatten keine Zuschauer und werden auch bis Saisonende keine hundertprozentige Auslastung haben. Das sind Einnahmen, die uns fehlen. Wir wissen auch noch nicht, welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkung das Corona-Virus auf Themen wie das Sponsoring hat. Von daher müssen wir unser Budget anpassen und vorsichtig sein, damit wir als Verein nachhaltig gesund sind.

    SPORT1: Werden Sie Patrik Schick zur neuen Saison fest verpflichten? Die AS Rom soll bis zu 25 Millionen Euro für ihn fordern.

    Krösche: Wir wollen Patrik behalten und kämpfen schon lange um ihn, weil er unheimlich gut zu uns passt. Er hat sich zu uns bekannt und möchte bleiben. Jetzt versuchen wir, mit AS Rom eine Lösung zu finden.

    SPORT1: Dayot Upamecano hat trotz vieler Offerten bis 2023 verlängert.

    Krösche: Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns und es ist ein großartiges Zeichen von ihm, dass er sich ganz bewusst für uns entschieden hat. Er wurde von Top-Klubs aus Europa umworben. Er möchte seinen Weg aber mit uns weitergehen.

  • Weg von Juve nach CL-Aus? Ronaldo beschäftigt Turin
    Saturday, 8. August 2020 10:35 o'clock

    Es hat wieder nicht sein sollen. Auch im zweiten gemeinsamen Jahr haben Cristiano Ronaldo und Juventus das Ziel verfehlt, endlich den ersten Champions-League-Titel seit 1996 nach Turin zu holen.

    Das Aus im Achtelfinale gegen Olympique Lyon trotz eines 2:1-Erfolgs im Rückspiel ließ den zweifachen Torschützen tief enttäuscht zurück.

    Und fachte jüngste Gerüchte neu an, der 35-Jährige könne sich trotz Vertrags bis 2022 von der alten Dame abwenden und zu Paris Saint-Germain wechseln.

    Das französische Fachblatt France Football hatte berichtet, Ronaldo zweifle daran, dass er mit Juve die Champions League gewinnen könne.

    Andrea Angnelli verlor daher nach dem Turiner K.o. keine Zeit, die Gerüchte einzufangen. "Ronaldo wird weiter bei uns bleiben", erklärte der Juventus-Präsident bei Sky Italia.

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    "Ich bin sicher, dass er auch in der nächsten Saison noch für uns antreten wird. Er ist eine tragende Säule unserer Mannschaft, daran wird sich auch nichts ändern."

    Sarri steht auf der Kippe

    Weit weniger sicher ist die Zukunft von Trainer Maurizio Sarri. Der 61-Jährige wird zeitnah mit der Klubspitze um Agnelli zusammentreffen, um genau darüber zu sprechen.

    "Nach einer sehr schwierigen Saison steht ein bittersüßes Ende", meinte Agnelli angesprochen auf den Trainer.

    "Mit der neunten Meisterschaft in Serie haben wir ein fantastisches Kapitel Fußballgeschichte mit Maurizio Sarri geschrieben. In der Champions League ist es für uns, für die Spieler, für die Fans aber enttäuschend."

    Juve werde einige Tage brauchen und dann "eine Gesamtbewertungen vornehmen".

    Sarri: "Hatte weniger von uns erwartet"

    Dass Sarri bleiben darf, gilt als unwahrscheinlich. Seine Äußerungen nach dem Königsklassen-Aus riefen dazu weiteres Unverständnis hervor.

    "Ich hatte weniger von uns erwartet", sagte Sarri. "Ich finde, wir haben eine großartige Leistung auf den Platz gebracht." Wenn da nicht die große Enttäuschung über das Ausscheiden wäre, wäre er "sehr zufrieden" mit dem Auftreten seiner Mannschaft gewesen.

    Was seine eigene Perspektive in Turin angeht, sieht er sie nicht so skeptisch wie die Öffentlichkeit.

    "Ich habe einen Vertrag und ich werde ihn respektieren", sagte Sarri, dessen Kontrakt noch bis 2022 läuft. "Ich denke nicht, dass Führungskräfte auf diesem Niveau ihre Entscheidung auf der Grundlage nur eines Spiels treffen werden."

    Er habe daher auch keine besonderen Erwartungen für das Treffen mit der Klubspitze. Es werde eine Saisonbilanz gezogen, meinte Sarri, "und jeder wird zu Wort kommen".

  • Nach K.o. bei City: Kroos hat keine Lust auf Champions League
    Saturday, 8. August 2020 07:42 o'clock

    Nach der bitteren 1:2-Pleite bei Manchester City ist die Saison für Real Madrid und auch Toni Kroos beendet. 

    "Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt und haben bei den Toren mitgeholfen", analysierte der deutsche Nationalspieler nach der Partie. 

    Die tragische Figur: Raphael Varane, der sich beide Gegentore der Königlichen auf die Fahnen schreiben musste. "Rapha hat eine überragende Saison gespielt. Da gibt es keine Vorwürfe. Danach wird es aber natürlich schwer das Spiel zu drehen", nahm Kroos seinen Mitspieler in Schutz. 

    Kroos hat keine Lust mehr auf Champions League

    Obwohl Kroos die Königsklasse mit Real schon dreimal gewinnen konnte, stellte er klar, dass er immer noch auf Titel brennt. "Ich will jeden Titel gewinnen, der möglich ist. Im Moment bin ich daher erstmal enttäuscht."

    Ein Gutes hat das Aus für den 30-Jährigen aber doch. Nach einer langen und anstrengenden Saison geht es in den Urlaub. Einen Trick, wie er die Enttäuschung verarbeitet, hatte er auch gleich parat. 

    "Dann freue ich mich jetzt auf den Urlaub. Ich werde mir den Rest des Wettbewerbs wahrscheinlich nicht anschauen", verriet Kroos. 

  • "Einzigartige Qualitäten": Coutinho als Triple-Faktor?
    Friday, 7. August 2020 23:32 o'clock

    Sorgenfrei geht Hansi Flick nicht in das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea - trotz des 3:0-Erfolgs aus dem Hinspiel.

    Neben dem länger verletzten Benjamin Pavard (Bandverletzung an der linken Fußwurzel) fällt nun auch kurzfristig Kingsley Coman (muskuläre Probleme) gegen die Londoner aus. Während der Rechtsverteidiger von Joshua Kimmich ersetzt wird, gibt es für Coman zwei Alternativen: Ivan Perisic und Philippe Coutinho.

    Zweikampf auf dem linken Flügel

    Als hätte es Flick geahnt, begann Perisic am vergangenen Freitag im Testspiel gegen Olympique Lyon (1:0) auf der linken Seite. Viele Impulse konnte er dem Bayern-Spiel allerdings nicht geben, er haderte auch das ein oder andere Mal nach unglücklichen Situation.

    Schlägt deswegen nun Coutinhos Stunde?

    "Ich sehe Philippe aktuell in einer sehr guten Verfassung", erklärte Flick im SPORT1-Interview vor dem Chelsea-Kracher bereits vielsagend. Der Cheftrainer weiter: "Er ist körperlich fit und in diesem Fall kann er seine Qualitäten als Fußballer noch besser ausspielen. Deswegen hoffe ich natürlich, dass er seine Qualität, die er auch schon gezeigt hat, möglichst auch in den nächsten Spielen zeigen kann."

    Perisic vs Coutinho - zwei unterschiedliche Spielertypen

    Möglich ist, dass er schon gegen Chelsea ran darf. Doch Flick weiß auch, dass der Brasilianer und der Kroate die Rolle als Linksaußen unterschiedlich interpretieren.

    "Ivan hat einen Tick mehr Dynamik in der Offensive. Wenn du Ballbesitz brauchst, kann Philippe das der Mannschaft sehr gut geben. Philippe kann nicht nur als Außenstürmer spielen, auch auf der Zehn. Darin unterscheiden sich die beiden", erklärte Flick.

    Soll heißen: Coutinho könnte in der Offensive auch immer wieder mit Thomas Müller tauschen und beim Gegner für Unruhe sorgen.

    Duo kämpft um Verbleib beim FC Bayern

    Gegen die Londoner wird Flick seine Elf jedenfalls voll auf Sieg einstellen. Doch er wird auch wissen, dass Chelsea attackieren muss - und nicht Bayern. Spielkontrolle und Dominanz dürfte daher ausschlaggebend sein, weshalb Coutinho einen Vorteil haben könnte.

    Coutinho und Perisic werden jedenfalls hoch motiviert sein, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Beide kämpfen schließlich um neue Verträge - bestenfalls bei den Bayern. Selbst Coutinhos Zukunft in München ist nicht hundertprozentig ausgeschlossen. Man stelle sich vor, der 28-Jährige zaubert die Bayern zum Triple und der FC Barcelona senkt seine Ablöseforderung exorbitant. Passend dazu sagte sein Berater Kia Joorabchian bei SPORT1: "Ich kann sagen, dass Philippe in München sehr glücklich ist. Er mag den Verein und dessen hohes Maß an Professionalität."

    Und Flick mag den Edeltechniker. "Seine Qualitäten in der Offensive sind einzigartig", lobte er ihn am Freitag und erklärte, warum sich der 61-fache brasilianische Nationalspieler (17 Tore) anfangs schwergetan hat in München.

    "Er hat ein bisschen gebraucht, weil seine Fitness nicht ganz auf dem Niveau war. Jetzt sieht es ganz anders aus. Er hat gerade in der Rückrunde einige hervorragende Spiele gemacht. Er hat auch eine gute Quote für die wenige Spielzeit. Er ist immer torgefährlich und kann den entscheidenden Pass geben. Ich mag ihn als Fußballer sehr, aber auch als Mensch. Ich freue mich, dass er jetzt fit ist und physisch auf einem ganz hohen Niveau."

    Den Beweis will er am liebsten schon am Samstagabend bringen.

  • Aus gegen Lyon: Ronaldo-Show reicht Juve nicht
    Friday, 7. August 2020 22:55 o'clock

    Trotz einer Gala-Vorstellung muss Cristiano Ronaldo seinen Traum vom Champions-League-Triumph mit Juventus Turin auch im zweiten gemeinsamen Jahr begraben.

    Durch zwei Treffer des Portugiesen gewann Italiens Fußball-Rekordmeister das Achtelfinal-Rückspiel gegen Olympique Lyon zwar mit 2:1 (1:1), schied damit aber wie in der vergangenen Saison frühzeitig aus. (LIVETICKER zum Nachlesen)

    Noch vor der Coronapause hatte Turin das Hinspiel mit 0:1 verloren. Lyon trifft im Viertelfinale am 15. August in Lissabon auf Manchester City. (Service: SPIELPLAN der Champions League)

    Für Ronaldo endet damit auch sein zweites Jahr bei den Bianconeri mit einer Enttäuschung - trotz der gewonnenen Meisterschaften in der Serie A. 

    Eine Hauptrolle spielte am Freitagabend der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer: Zwei Elfmeterpfiffe prägten die erste Spielhälfte. Lyons Memphis Depay (12., Foulelfmeter) und Ronaldo (43., Handelfmeter) nutzten die Chancen vom Punkt. Der Superstar (60.) sorgte mit einem ansatzlosen Linksschuss aus der Distanz für den Sieg, zum Weiterkommen fehlte aber ein weiterer Treffer.

    Zwayer muss knifflige Entscheidungen fällen

    Juventus, das 2019 im Viertelfinale an Ajax Amsterdam gescheitert war, begann dominant, der Strafstoß veränderte aber das Spiel zunächst. Turins Rodrigo Betancur hatte gegen Houssem Aouar regelkonform geklärt, Zwayer entschied trotz Ansicht der Videobilder auf Elfmeter - er ahndete wohl einen Kontakt zwischen Federico Bernardeschi und Aouar.

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    Turin wirkte in der Folge fahrig. Ein sehenswertes Solo Bernardeschis gegen fünf Gegenspieler vergab dieser am Ende ebenso sehenswert aus kurzer Distanz (20.), es blieb eine der wenigen Chancen.

    Dann ahndete Zwayer ein vermeintliches Handspiel Depays im Strafraum, der Arm des Niederländers war dabei angelegt. Ronaldos Führungstreffer setzte dann Kräfte frei, die Gastgeber waren in der zweiten Hälfte das bessere Team.

  • "Meine Niederlage" - Varane nimmt Real-Pleite auf sich
    Friday, 7. August 2020 22:51 o'clock

    Ilkay Gündogan hat im Gigantengipfel der Champions League das packende deutsche Duell mit Toni Kroos für sich entschieden.

    Der Nationalspieler von Manchester City warf den 2014er-Weltmeister Kroos und Real Madrid im Achtelfinal-Rückspiel mit einem 2:1 (1:1) aus dem Wettbewerb und qualifizierte sich für das Finalturnier in Lissabon. Dort trifft die Mannschaft von Teammanager Pep Guardiola im Viertelfinale am 15. August auf Olympique Lyon. (Service: SPIELPLAN der Champions League

    Real wollte es nach der 1:2-Niederlage zu Hause im Hinspiel zunächst ganz ruhig angehen, doch dieser Ansatz war im leeren Etihad Stadium nach einem fatalen Ballverlust von Weltmeister Raphael Varane im eigenen Strafraum früh gescheitert.

    "Ich will jeden Titel gewinnen, der möglich ist. Im Moment bin ich daher erstmal enttäuscht", sagte Toni Kroos nach der Partie. "Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt und haben bei den Toren mitgeholfen", analysierte der deutsche Nationalspieler.

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    Varane nimmt die Niederlage auf sich

    Raheem Sterling schob zum 1:0 für City ein und erzielte damit das erste Champions-League-Tor seit 149 Tagen. Der gesperrte Kapitän Sergio Ramos fehlte Madrid als Stabilisator enorm.

    ManCity, das vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS unter fragwürdigen Umständen die Aufhebung seiner Europapokalsperre erreicht hat, mühte sich mit der Führung im Rücken seinerseits um Kontrolle und beschäftigte den Gegner mit Pressing - doch alle Abwehrspieler verloren im Strafraum vor dem Ausgleich Karim Benzema (28.) aus den Augen.

    Einen zweiten bitteren Fehler des bemitleidenswerten Varane nutzte Gabriel Jesus (68.). (LIVETICKER zum Nachlesen)

    "Ich will mein Gesicht zeigen, weil ich die Verantwortung für die Niederlage habe, es ist meine Niederlage", nahm Varane die Pleite nach der Partie auf sich: "Wir haben uns gut vorbereitet, aber Fehler werden auf diesem Level bestraft. Ich kann die Fehler nicht erklären, ein schwieriger Abend für mich. Das passiert mir nicht oft, daher muss man Charakter haben, um stärker zurückzukommen."

    "Fehler gehören dazu, das kann uns allen passieren", verteidigte Reals Rodrygo seinen Mitspieler: "Wir hätten während der ganzen Partie mehr geben können"

    Gündogan und der Real-Taktgeber Kroos kamen sich im Mittelfeld gelegentlich ins Gehege, beide blieben zumeist unauffällig. Prägende Spieler eines hochklassigen Duells annähernd auf Augenhöhe waren andere. 

  • Kruse macht Union zum Big City Club
    Friday, 7. August 2020 21:07 o'clock

    Die Berliner Fußballvereine haben in dieser Woche zwei vielbeachtete Transfers getätigt. Hertha BSC ist dabei ein echter Coup gelungen. Torhüter Alexander Schwolow kommt vom SC Freiburg, obwohl seit Wochen damit gerechnet wurde, dass Schwolow sich Schalke 04 anschließt.

    Die Schlagzeilen gehörten der Hertha trotzdem nur kurz, weil die "noisy neighbours" von Union dazwischenfunkten. Max Kruse im Trikot des Köpenicker Kultklubs – das war dann doch die noch bessere Geschichte.

    Hertha strebt nach Image von Union 

    Investor Lars Windhorst will die Hertha zum "Big City Club" machen. Big City Flair bringt jetzt aber vor allem Kruse zu Union. Der Ex-Nationalspieler hebt die Eisernen spielerisch und vom Unterhaltungsfaktor her auf ein neues Niveau. Bei der Verkündung seines Transfers freut er sich über seinen "coolen" neuen Verein. Dieses Label, an dem sie bei der Hertha weiter hart arbeiten, kann für Union viel Wert sein.

    Das Image ist nach dem überraschend souverän erreichten Klassenerhalt im Premieren-Jahr weitestgehend positiv. Gerade hat man mit adidas den neuen Ausrüster präsentiert. Dass der ewige Konkurrent von Hertha-Ausstatter Nike sich bei Union engagiert, ist sicher kein Zufall. Für die Maßnahme, unter anderem den Capo (Vorsänger) der Union-Fans das neue Trikot vorstellen zu lassen, gab es in den sozialen Medien direkt auch einen Candy-Storm.

    Union setzt auf Erfahrung

    Und auch sportlich machen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Oliver Ruhnert von außen betrachtet vieles richtig. Die Taktik der vergangenen Saison, mit Christian Gentner und Neven Subotic zwei erfahrene Bundesliga-Kräfte zu holen, hat sich weitestgehend ausgezahlt. Die Transfers von Robin Knoche und Torhüter Andreas Luthe in diesem Sommer gehen in eine ähnliche Richtung.

    Der Kruse-Deal ist jetzt das Meisterstück. Der frühere Bremer kommt ablösefrei und hätte anderswo sicher mehr Geld verdienen können. Das Projekt Union hat auf ihn aber offensichtlich einen speziellen Reiz ausgeübt.

    Wenn sein neuer Arbeitgeber so weiter macht, könnte er sich auf ein Niveau hocharbeiten, wie es in den vergangenen Jahren beispielsweise der FC Augsburg und Mainz 05 erreicht haben: als etablierte Bundesliga-Kraft.

    Dabei noch ein bisschen cooler zu sein als der große Bruder aus der Hauptstadt, ist sicherlich ein schöner Nebeneffekt.